Brasilien: Vergleich von 11. September und Tsunami sorgt für Ärger
RIO DE JANEIRO – Aufregung in Brasilien und den USA wegen eines Werbespots für Umweltschutz: Ein Werbefilm der brasilianischen Agentur DM9 vergleicht die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York mit dem Tsunami im Dezember 2004 in Südostasien.

Szene aus dem polemischen Werbefilm.
Die Empörung über diesen Spezialeffekt, der zwei verschiedene Tragödien vergleicht, wuchs im international sofort nach der Veröffentlichung des Videos. Zeitungen und Fernsehsendungen in den USA kommentierten den polemischen Fall. Die amerikanische Top-Agentur “Ad Age” erklärte, die Autoren dieser Arbeit seien “wissenschaftliche Idioten”, denn, “es gibt keinen Zusammenhang zwischen Tsunamis und Umweltschutz”. Die internationale Internetseite der WWF, deren Logo in dem Werbefilm zu sehen ist, verurteilte vehemment das Video als “von schlechtem Geschmack und verletztend”. “Nach unserem Einvernehmen handelt es sich hier um ein Konzept einer ausländischen Werbefirma aus Brasilien. Das Konzept wurde aufs Schärfste von der WWF International verurteilt und hätte nie an die Öffentlichkeit kommen dürfen”, heisst es in der öffentlichen Erklärung der Umweltschutzorganisation, deren Verantwortliche der Zweigstelle in Brasilien nun unter heftiger Kritik stehen.
Auch die Internetseite der DM9 hatte am Freitag (2.9.) gemeinsam mit der WWF Brasil erklärt, “wenn dies als solches Missverständnis ausgelegt wird, haben die Agentur und der Kunde gemeinsam den sofortigen Abbruch der Veröffentlichung entschieden”. Laut Informationen der Internetseite “BlueBus” vom Donnerstag heisst es, die DM9 hätte den Werbefilm sogar beim internationalen Filmfestival in Cannes eingetragen, um damit einen Preis zu erhalten. Nun weisst die Agentur dies jedoch zurück.
Im Anschluss die Entschuldigungserklärung der brasilianischen Agentur:
“Die WWF Brasilien und die DM9DDB erkären gemeinsam ihr Bedauern über das bedauerliche Missverständnis des Werbespots des Tsunami, der Brasilien direkt darin verwickelt. Dieser Werbespot drückt weder die Meinung des Kunden noch die der Werbeagentur aus. Dieser wurde Ende 2008 erstellt und fälschlicherweise genehmigt. Der Spot ist Ergebnis der Unerfahrenheit einiger beteiligter Professioneller auf beiden Seiten. Er ist jedoch nicht im schlechten Sinne oder Respektlosigkeit gegenüber dem Leiden des amerikanischen Volkes entstanden.
Nachdem solcher Irrtum unsereseits festgestellt wurde, haben die Agentur und der Kunde sich für die sofortige Einstellung der Veröffentlichung entschlossen, nachdem er ein einziges Mal in einer lokalen Nachrichtensendung kommentiert wurde. Bedauerlicherweise wurde dieser Werbespot unangekündigt zu einem internationalen Werbe-Wettbewerb eingeschickt. Nun ist er Teil der Datenbanken des Festivals im Internet. Von dort aus wurde er weltweit eingesehen, wodurch all dieser Ärger entstanden ist. WWF Brasilien und DM9DDB versichern, dass dieser Werbespot niemals hätte entstehen und genehmigt werden dürfen. Wir geben bekannt, dass wir offiziell den Ausschluss des Werbespots aus dem oben genannten internationalen Wettbewerb beantragt haben.
Wir bedauern das Geschehene und entschuldigen uns bei allen, die sich angegriffen fühlen. In den
vergangenen 3 Jahren haben wir erfolgreich zusammengearbeitet, um Menschen, Kräfte und Mittel für den Umweltschutz zu mobilisieren. Ein einziger Fehler überschattet nicht unseren Erfolg in der Vergangenheit und wird auch nicht zukünftige Erfolge verhindern”.









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